Sa. 01.06.2019 19 Uhr im Pixxl-Kino: Bowling for Columbine

Bowling for Columbine von Michael Moore

A Man Needs His Gun
Die Gewaltbereitschaft der Amerikaner ist es, die den Filmemacher Michael Moore erzürnte und das Publikum amüsierte. Dabei hatte die ganze Story einen todernsten Hintergrund, das Massaker an der Columbine Highschool. „Sind wir verrückt nach Waffen oder sind wir einfach nur verrückt?“, so lautet die rhetorische Frage des Films.
Michael Moore lässt nichts unversucht, dem Mysterium des gemeinen Amerikaners auf die Spur zu kommen. Er befragt Komplizen des Attentäters von Oklahoma , wagt sich Auge in Auge an den Schockrocker Marilyn Manson heran und stellt schließlich noch dem Ex-Westernhelden und Präsidenten der National Rifle Association Charlton Heston nach – frech, impertinent und manipulativ.
Ein Dokumentarfilm, der Diskussionen angestoßen hat und einer der wichtigsten Beiträge zu dieser Gattung ist. Kritikpunkt und zugleich Moores größte Stärke ist sein absoluter Mangel an Objektivität. Das Prinzip des „sauberen“ Dokumentarfilms hat in seinem Universum ausgedient, hier wird montiert, verdreht und zugespitzt auf Teufel komm raus. Nicht verwunderlich, dass der selbsternannte Aufklärer keine Antwort auf die Frage parat hat, woher die Gewalt in den USA kommt.
Stilistisch zieht Moore in „Bowling for Columbine“ alle Register. Er streut beißend-irrwitze Comic-Sequenzen ein, mischt geschichtliches Archivmaterial mit Aussagen der Interviewten und geht selbst zum Nahkampf über. Zum Showdown erschleicht er sich einen Gesprächstermin bei Gegenspieler Charlton Heston und führt ihn nach allen Regeln der Kunst vor. Heston flüchtet einfach in seinem eigenen Haus vor Moore und seinen unbequemen Fragen.